Chemotherapie

Die Chemotherapie ist die häufigste Nachbehandlung bei Nichtseminomen, wird aber auch bei Seminomen im fortgeschrittenen Stadion eingesetzt.

Wirkstoffe

Für die Chemotherapie bei Hodenkarzinomspatienten wird meist die Wirkstoffkombination PEB (Zytostakika Cisplatin, Etoposid und Bleomycin) verwendet. Lediglich Bleomycin wird manchmal durch Ifosfamid (dann erhalten wir PEI) ersetzt, da es sich negativ auf die Lunge auswirkt und daher bei Sportlern vermieden wird.

Behandlungszyklen

Der Behandlung wird in Zyklen von je 21 Tagen eingeteilt. Von diesen Zyklen werden ein bis vier, meist zwei durchgeführt. Für jeden Tag das Behandlungszyklus wird eine genaue Medikation festgesetzt.

Zu Beginn jedes Zyklus wird ein Venenkatheter gelegt. Über diesen dünnen Plastikschlauch, der direkt ins Venensystem des Patienten führt, erfolgt kontinuierlich eine Infusion großer Mengen Flüssigkeit. Sind im Behandlungsschema die kompletten vier Zyklen vorgesehen kann sich auch ein Portkatheter lohnen.

Zum täglichen Wirkstoffmix eines Patienten gehören in den ersten fünf Tagen Cisplatin und Etoposid. Von zentraler Bedeutung ist hierbei das Zytostatikum Cisplatin, welches das Zellwachstum einschränkt und von Kochsalzspülungen begleitet wird. Ein weiterer Bestandteil der Infusion ist ein Medikament gegen Übelkeit. An den Tagen 1, 7 und 15 kommt das metallartig schmeckende Antibiotikum Bleomycin, welches zu einer DNA Fragmentierung führt.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen der Therapie halten sich in Grenzen.

  • Haarausfall erfolgt gegen Ende des erste Zyklus oder später.
  • Übelkeit tritt regelmäßig auf, führt aber nur selten zu Erbrechen.
  • Nahrungsaufnahme ist mit Einschränkungen möglich.