Medikamente nach Hause liefern lassen

21.03.2012

In vielen Familien hat es sich längst durchgesetzt, dass mindestens ein Computer im Hause ist. Doch die Vorbehalte gegen das Bestellen von Waren schmelzen gerade bei älteren Menschen nur langsam. Zu häufig wurde gewarnt, dass Bezahlwege unsicher seien, dass Kontodaten im Netz ausspioniert werden und unseriöse Händler Kunden abzocken. Im Bereich der Pharmazeutika sind gefälschte Medikamente aus Fernost in Umlauf - kurz: Die Unsicherheit ist groß.

Günstige Medikamente aus dem Internet

Mit Medikamenten aus dem Internet lässt sich viel Geld sparen.
Mit Medikamenten aus dem Internet lässt sich viel Geld sparen.

Doch gerade Medikamente kann man sehr günstig im Internet bestellen. Man muss sogar staunen, wie günstig. Hier wird ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte offenbar. Zum Beispiel bezahlt man in einer Stadtteilapotheke für ein bekanntes Antihistaminikum 39,95 Euro. Nach Monaten erfährt man zufällig, dass dasselbe Medikament als Re-Import nur 25,90 kostet. Man fragt sich, warum der Apotheker einem das nicht sagte. Nun, weil er lieber mehr verdient. Immerhin spart man nun glatte 14,05 Euro und ist relativ glücklich. Relativ erstaunt ist man, wenn man ein halbes Jahr später eine kostengünstigere Variante des Medikaments unter anderem Präparate-Namen entdeckt. Der Preis ist nochmals um einige Euro günstiger. Und wiederum hat der Apotheker einen wahrscheinlich nicht über die Existenz des Medikaments mit demselben Wirkstoff informiert. Dasselbe Medikament von derselben Firma und in derselben Orginal-Verpackung kann man aber auch in diversen Onlineapotheken entdecken. Und zwar für sagenhaft günstige Preise zwischen 5,11 Euro und 8,54 Euro. Ein Vergleich weiterer Medikamente ergibt ähnliche Spannen. Es handelt sich keineswegs um abgelaufene oder gefälschte Medikamente, sondern um das gleiche Produkt. Der Preisvorteil ist trotz Einrechnung der Versandkosten immens - oder anders gesagt: Die Stadtteilapotheke schlägt zur Deckung von Laden- und Personalkosten enorm auf. Jeder kann leicht selbst errechnen, wie viel. Sparfüchse bestellen nun mit einem Anteil Portokosten gleich mehrere Flaschen Antihistaminikum auf Vorrat - plus alles, was in der Hausapotheke noch so fehlt. Sie haben am Ende so viel gespart, dass sie nur noch im äußersten Notfall und wenn es sehr eilig ist in eine Stadtteilapotheke gehen werden. Denn die Onlineapotheken nehmen auch Rezepte an. Der Preisvorteil ist das wichtigste Argument für Onlinekäufe im Medikamentenbereich und ein starkes Argument, sich Medikamente nach Hause liefern zu lassen.

Lieferung von der Stadtteilapotheke

Traditionelle Apotheken wie diese könnten bald ausgedient haben.
Traditionelle Apotheken wie diese könnten bald ausgedient haben.

Liefern können aber auch die Stadtteilapotheken. Man kann sie einfach anrufen und sie beliefern einen nach Eintreffen des Medikaments oder nach dessen Herstellung kostenfrei. Diesen Service können sich die meisten Apotheken auch leisten, denn wir sind auf sie angewiesen. Und sie auf uns - vor allem angesichts der Preise der Onlineapotheken. Als alter Mensch, als Bettlägeriger oder behinderter Mensch spart man sich so einen Weg. Medikamentenkäufe sind für viele Kunden Vertrauenssache und die Stadtteilapotheke ist darum die erste Anlaufstelle. Die Preise hinterfragt man oft nicht. Man verlässt sich auf die Initiativen der Bundesregierung, die die Preise im Pharmabereich senken möchte. Wie wir gesehen haben, gelingt das aber nur relativ. Viele seriöse Apotheken betreiben heute ein Onlinegeschäft nebenbei, weil es sich lohnt. Es gibt mittlerweile Portale im Netz, die die Leistungen von Online-Apotheken zusammenfassen und für den Kunden transparent machen. Auf der Suche nach einem Medikament geht der Kunde auf so ein Portal. Er gibt das gewünschte Medikament ein und bekommt - nach Preisen gestaffelt - alle Onlineapotheken ausgeworfen, die das Medikament führen. Am einfachten geht das im Internet bei apomio. Nun kann er Konditionen und Liefergebühren vergleichen und sich entscheiden. Was nicht transparent genug wird, ist die Frage, wie solche Apotheken den Preis so deutlich niedrig halten können. Der Verzicht auf ein Ladengeschäft ist nicht immer gegeben. Rabatte für große Mengen und staatliche Subventionen für Re-Importe kann man durchaus nutzen, um die Medikamente auch in großen Mengen abzusetzen und den Preisvorteil an den Kunden weiterzugeben. Dafür schlägt man als gewinnorientierter Apotheker bei anderen Präparaten vermutlich mehr auf. Beispielsweise beträgt der weitergegebene Rabatt für ein Magnesiumpräparat dann nur 25 statt der 63 Prozent beim Antihistaminikum.

Fazit

Sich Medikamente nach Hause liefern zu lassen, ist also kein Problem, solange die Bezugsquelle seriös ist. Die Frage ist nur wie man das erkennen kann. Man möchte schließlich am Ende kein gefälschtes Medikament in Händen halten. Eine nützliche Hilfe sind positive Kundenbewertungen von Onlineapotheken. Außerdem sollte man sich im Netz darüber informieren, woran man gefälschte Medikamente erkennen könnte. Wer aber das Risiko des Bestellens im Netz trotz erheblicher Preisersparnis nicht eingehen möchte, bleibt besser beim Lieferservice seiner Stadtteilapotheke. Ob dieser etwas kostet, sollte man einfach mal abfragen.