Einführung

Mit dem Begriff "Hodenkrebs" (auch Hodenkarzinom oder Hodentumor) werden Erkrankungen bezeichnet, die durch eine bösartige Gewebswucherung geprägt sind und die ihren lokalen Ausgangspunkt im Hodengewebe haben. Mitunter werden die Termini "Keimzelltumor" oder schlicht "bösartiger Hodentumor" als Synonyme verwendet, was in medizinischer Hinsicht auch durchaus korrekt ist.

Diagnose & Behandlung

Das vielleicht etwas bedrohlich wirkende Etikett der "Bösartigkeit" resultiert daher, weil ein Hodenkrebs auf bislang unbefallenes, gesundes Gewebe übergeht und dessen Zerstörung bewirkt, wenn keine therapeutische Intervention erfolgt. Zudem ist es denkbar, dass der Tumor sich noch darüber hinaus ausbreitet und potentiell sämtliche Organe des menschlichen Körpers in Mitleidenschaft ziehen kann. Ferner können auch Metastasen, also Tochtergeschwüre von anderen Tumoren sich auf die Hoden erstrecken und dort Krebs auslösen. Dennoch ist trotz solcher Hiobsbotschaften grundsätzlich keine Panik indiziert, sondern vielmehr so weit wie möglich zu einem gesunden Optimismus zu raten. Die Möglichkeiten, einen frühzeitig erkannten Hodenkrebs in vollem Umfang zu heilen und seine Ausdehnung zu unterbinden, stehen nämlich durchaus relativ gut.

Wer bekommt Hodenkrebs?

Hodenkrebs ist eine Erkrankung, von der eher jüngere als ältere Männer betroffen sind. Im Regelfall tritt der bösartige Tumor eher zwischen dem dritten und dem fünften Lebensjahrzehnt auf als früher oder später. So sind in der Altersgruppe der 20- bis 40-jährigen Herren statistisch gesehen 0,007 Prozent Neuerkrankungen pro Jahr zu verzeichnen; dies entspricht sieben betroffenen Personen auf 100.000 Einwohner. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass in einem Jahr in Deutschland etwa 4.800 neue Erkrankungen registriert werden. Dem steht eine Sterblichkeitszahl gegenüber, die Mut machen kann: "lediglich" 200 Menschen erliegen dem bösartigen Hodentumor pro Jahr.

Häufigkeit im Vergleich zu andere Krebsarten

Von allen Krebserkrankungen, die insgesamt zu verzeichnen sind, macht der Hodenkrebs vergleichsweise geringe zwei Prozent aus. Damit handelt es sich um eine der selteneren Erscheinungsformen des Krebses, wenn man der der genannten Gruppe jüngerer Männer absieht. In dieser ist allerdings etwa jede fünfte bis dritte Krebserkrankung eine solche, die die Hoden betrifft (20 bis 30%).

Zunahme in jüngster Zeit

Allerdings ist in den letzten Jahren sowohl in Deutschland als auch im Rest von Europa und insbesondere in den skandinavischen Ländern zu beobachten, dass Hodenkrebs zunehmend häufiger auftritt. Vor allem in Schweden und Dänemark, aber auch in Norwegen gibt es eine statistisch signifikante Zunahme der einschlägigen Erkrankungen, ohne dass bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt geklärt werden konnte, worauf dies zurückzuführen ist. Sowohl genetisch determinierte Anfälligkeiten als auch eine veränderte Nahrung oder Ernährungsweise der Bevölkerung werden hier ins Gespräch gebracht.

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